Human Powered Vehicles e.V.

hpv



Nachruf Christian von Ascheberg

Christian ist am 13. April 2013 plötzlich und unerwartet gestorben. Er war seit 2001 Mitglied im HPV und hat in dieser Zeit nicht nur für sich persönlich unglaubliche Ziele erreicht, sondern auch für den Verein und die gesamte HPV-Welt. Christian hat diese Ziele vor allem mit einem alltagstauglichen Serienfahrzeug erreicht. 

Christian hat sich nie als „Langstrecken-Star“ aufgeführt. Im Gegenteil: Er wollte Wissen teilen, andere in seinen mittlerweile sehr reichhaltigen Erfahrungsschatz einbeziehen. Christian hat dabei aber auch immer den Rat nicht nur von anderen gesucht, sondern auch den Rat anderer angenommen und ausprobiert. Er motivierte, diskutierte und gab auch immer individuell Rückmeldungen. Er insistierte vehement, wenn es darum ging, gesetzte Ziele im Verein voranzutreiben. Er hatte viel Freude an der Beobachterperspektive und hat dabei eine für ihn sehr typische Haltung angenommen: Die des unermüdlichen Kritikers. Christian hat jedoch gleichzeitig seine Umwelt und seine Unterstützer im HPV immer wissen lassen, wie wichtig sie für ihn sind. Dabei hat er es verstanden, die Menschen, mit denen er zu tun hatte, immer an ihrem jeweils ganz eigenen Punkt abzuholen und auf sie positiv einzugehen.

Christians aktives Einbringen in den HPV begann mit der EUSTAFF 2001. Über die EUSTAFF bekam er Kontakt zur Konstrukteursszene um Eggert Bülk. In 2002 fuhr er eine EUSTAFF-Etappe unter anderem mit Olaf Schulz. Dabei entwickelte sich seine Leidenschaft für die Langstrecke. Und seine Brevets in „seinem Revier“ waren mehr als nur Brevets. Sie hatten etwas Symbolhaftes dadurch, dass er in kürzester Zeit zum Teil mehr als 1000 km mit An- und Abfahrt erfuhr. Schließlich folgte 2006 der erste Rekordversuch auf der Radrennbahn in Berlin. Der erste Versuch schlug fehl und es sollte bis 2009 brauchen, bis sich die wohl für ihn ideale Möglichkeit ergab, am Lausitzring Rekorde zu fahren. In den Jahren danach war er die maßgebliche Kraft, die dafür sorgte, dass auch andere den Ring mit nutzen konnten. Er ermöglichte vielen, sich dort auszuprobieren und wirkte für viele sehr inspirierend durch seine Art und Weise der Herangehensweise. Christian motivierte gerade in diesen Jahren zahlreiche Menschen in und außerhalb der HPV-Szene, ihre Kreativität und Ausdauerleistung am Lausitzring zu zeigen.

Christian von Ascheberg war für den HPV mehr als nur ein „Langstrecken-Sportler“, der seine Inszenierung pflegt. Er hat sehr aktiv seine Ideen und Vorstellungen von muskelkraftbetriebener Mobilität in den Verein hineingetragen. Diese Vorstellungen waren nicht nur auf eine kurzfristige Perspektive bezogen, sondern hatten immer auch strategische Komponenten. Er hat nie frustriert aufgegeben, an Zielen zu arbeiten; hat sehr konstant und kontinuierlich seine Vorstellungen vertreten. Eben wie beim Fahren einer Langstrecke.

Wir sind unendlich traurig, diesen Menschen verloren zu haben.

Heike Bunte (für den Vorstand HPV Deutschland e.V.)

Auch Andere trauern um Christian. Weitere Gedanken zu Christians Tod sind zu finden